Hochschule Niederrhein - page 42

Regionale Transfereffekte der Hochschule Niederrhein
Rüdiger Hamm und Johannes Kopper 39
2.2.2.4
Urbanisationseffekte
Urbanisierung ist ein diverse Aspekte umfassendes Phänomen, das
demographische, infrastrukturelle, siedlungsstrukturelle, sozialpsy-
chologische, sozioökonomische und wirtschaftsstrukturelle Kompo-
nenten aufweist. Durch eine Hochschule, die Hochschulakteure und
die entstehenden Arbeitsplätze wird der Prozess der Urbanisierung in
der Standortregion geprägt und vorangetrieben. Hochschulbedingte
Agglomerations- und Urbanisationseffekte ergeben sich auch aus
dem durch Hochschule und Hochschulakteure gesteigertem regional
orientiertem Angebot und dem Umfang der wirtschaftlichen Aktivi-
täten, der einen vergrößerten Absatz- und Arbeitsmarkt entstehen
lässt. In der Ansiedlung von Hochschulen wird sogar die Möglichkeit
gesehen, durch Urbanisationsvorteile einer wirtschaftlich rückläufi-
gen Regionalentwicklung oder der negativ verlaufenden Entwicklung
des Strukturwandels durch Revitalisierung und Regeneration entge-
genzuwirken.
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Aus dem Prozess der Urbanisierung ergeben sich für die Standortre-
gion diverse Urbanisationsvorteile. Einerseits vergrößern sich Ab-
satz- und Arbeitsmarkt. Der regionale Absatzmarkt wird dabei nicht
nur vergrößert, es entsteht auch eine Verlagerung der Nachfrage auf
hochschulspezifische Produkte und Dienstleistungen. Beispielsweise
kann angenommen werden, dass eine hochschulbedingte erhöhte
Nachfrage nach EDV-Hard- und Software in der Standortregion ein
korrespondierendes Angebot bedingt, das sich preislich und bezüg-
lich der Angebotsbreite von Städten ohne Hochschule abhebt.
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Be-
sonders der Bedarf an studentenorientierten Angeboten dürfte stei-
gen, Beispiele dafür sind günstiger kleinteiliger Wohnraum, Gastro-
nomie-, Unterhaltungs- und Kultureinrichtungen. Besonders das
regionale Kulturangebot dürfte von der hochschulbedingt gesteiger-
ten Nachfrage einerseits und den kulturellen Beiträgen der Hoch-
schule andererseits gestärkt werden.
90
Auch von einem agglomerati-
88
Vgl. OECD 2007, S. 168.
89
Vgl. Feser / Flieger 1998, S. 15.
90
Vgl. Goddard / Puukka 2008, S.8.
1...,32,33,34,35,36,37,38,39,40,41 43,44,45,46,47,48,49,50,51,52,...128
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