Hochschule Niederrhein - page 41

Regionale Transfereffekte der Hochschule Niederrhein
38 Rüdiger Hamm und Johannes Kopper
rerseits führt die verbesserte Auslastung und vermehrte Nachfrage
nach bestimmter Infrastruktur auch zu einer Ausweitung des regiona-
len Angebotes, was zu einer gesteigerten Attraktivität der Region
beiträgt. So kann z.B. die Frequenz bestimmter Bus- und Bahnlinien
erhöht werden. Auch die Annahme, dass ein großer Teil der Besu-
cher regionaler Kulturangebote aus Universitätsangehörigen besteht
kann und die Träger kultureller Einrichtungen durch diese erhöhte
Nachfrage auch ein erhöhtes Angebot finanzieren können, erscheint
ohne empirische Belege nachvollziehbar.
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Auf der anderen Seite steht die Nutzung der hochschulspezifischen
Infrastruktur durch die Region. Die Hochschule selbst kann als Teil
der regionalen Infrastruktur betrachtet werden,
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da sie der Region
moderne wissensorientierte Infrastrukturelemente zur Verfügung
stellt, deren Nutzung für verschiedene Wirtschaftsakteure und Inte-
ressengruppen von hohem Nutzen sein kann.
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Einerseits handelt es
sich hierbei um materielle Infrastrukturen, andererseits um die Be-
reitstellung immaterieller Infrastrukturleistungen, wie Kultur- oder
Bildungseinrichtungen.
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Beispielhaft sollen hier naturwissenschaft-
liche und technische Labore, hochwertige Geräte, Anlagen und Ma-
schinen (Prüfeinrichtungen, Messgeräte, etc.), Räumlichkeiten und
spezielle Hard- und Software genannt werden. Diese hochschulspezi-
fische Infrastruktur kann von der Hochschulinstitution zur Vermie-
tung oder zur kooperativen Nutzung freigegeben werden. Auch ent-
steht durch die Hochschule ein größeres Angebot an Kulturgütern,
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so z.B. künstlerischen Ausstellungen und Aufführungen. Einen be-
sonderen Status erhält die verbesserte medizinische Versorgung
durch Universitätskliniken, von der die Region in hohem Maße profi-
tiert.
83
Vgl. Feser / Flieger 1998, S. 15.
84
Vgl. z.B. Goldstein 2005, S. 201; Florax 1992; Spehl et al. 2005 S. 22; Hamm /
Wenke 2001 S. 16ff.
85
Vgl. Spehl et al. 2005, S. XXII.
86
Vgl. Strauf / Behrendt 2006, S. 2.
87
Vgl. Florax 1992, S. 77.
1...,31,32,33,34,35,36,37,38,39,40 42,43,44,45,46,47,48,49,50,51,...128
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