Hochschule Niederrhein - page 40

Regionale Transfereffekte der Hochschule Niederrhein
Rüdiger Hamm und Johannes Kopper 37
Hochschule tritt als zentraler wissenschaftlich-innovativer Akteur
auf, fördert die Entwicklung themenbezogener Netzwerke und stärkt
so die Innovationskraft der regionalen Wirtschaft. Das Ausmaß der
regionalen Netzwerkinteraktionen zwischen Hochschule (oft auch
vertreten durch An- und In-Institute) und Wirtschaft ist dabei von
entscheidender Bedeutung für den Transfererfolg. Die regionale
Komponente der Netzwerke wird in zweiter Konsequenz durch die
Einbindung der Hochschule und Professoren in überregionale Wis-
sensströme ergänzt,
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die Hochschule kann demgemäß eine Knoten-
und Vermittlerfunktion zwischen den regionalen und überregionalen
Wissensströmen einnehmen. Die Fachliteratur spricht von einer „An-
tennenfunktion, d.h. der Fähigkeit, international verfügbares Wissen
problem- und nachfragebezogen zu komprimieren“.
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Ein regionales
Vernetzungssystem mit der Hochschule als Netzwerkakteur ermög-
licht es regionalen Unternehmen, vom überregional erworbenen Wis-
sen der Hochschule zu profitieren – dies ist besonders für KMU
wichtig, die selten Ressourcen für eine fachlich-theoretische Vertie-
fung aufbringen können.
2.2.2.3
Kapazitäts- und Infrastrukturelle Effekte
Die Kapazitäts- und infrastrukturellen Effekte gliedern sich in zwei
verschiedene Ebenen: einerseits die veränderte Nutzung der regiona-
len Infrastruktur durch die Hochschulakteure und zweitens die Nut-
zung der hochschulspezifischen Infrastruktur durch die Region.
Auf der einen Seite wird die regionale Infrastruktur durch die Verän-
derung in der Bevölkerungsstruktur anders, oft intensiver genutzt.
Hier sind z.B. die Nutzung der Straßeninfrastruktur und des öffentli-
chen Nahverkehrs, der Bedarf an Gastronomie- und Kulturangebo-
ten, der in Qualität und Quantität veränderte Wohnbedarf, die Nut-
zung regionaler Erholungs- und Grünflächen zu betrachten. Einer-
seits kann die Menge der Studierenden und Hochschulmitarbeiter zu
Überlastungseffekten einzelner Infrastrukturelemente führen. Ande-
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Vgl. Fritsch et al. 2007, S. 19; Fritsch 2003, S. 20; Krupa / Schmidt 2009, S. 275.
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Back / Fürst 2011, S. 2.
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