Hochschule Niederrhein - page 38

Regionale Transfereffekte der Hochschule Niederrhein
Rüdiger Hamm und Johannes Kopper 35
turellen Effekten ist gemein, dass sie kaum quantifizier- und messbar
sind, ihre Existenz jedoch auch ohne empirische Belege logisch-
deduktiv nachvollziehbar ist. Im Folgenden wird eine Unterteilung
und Beschreibung dieser Effekte vorgenommen; dabei ist zu beach-
ten, dass die Grenzen zwischen den einzelnen Unterpunkten oft nicht
trennscharf zu ziehen sind.
2.2.2.1
Wissens- und Kompetenzeffekte
Wissens- und Kompetenzeffekte der Hochschule sind in zwei Aspek-
te zu unterteilen. Einerseits nimmt die Hochschule Einfluss auf das
regionale Humankapital und die Qualifikationsstruktur der regiona-
len Bevölkerung. Des Weiteren bietet sie durch Professoren, Lehrbe-
auftragte, Institute, Netzwerke, Wissensinfrastruktur etc. ein regiona-
les Wissensreservoir, von dem die regionale Wirtschaft, Bevölkerung
und regionalpolitischen Entscheidungsträger profitieren.
Die Qualifikationsstruktur der regionalen Bevölkerung wird insofern
beeinflusst, als das mehr hochqualifizierte Arbeitskräfte zur Verfü-
gung stehen, und das Humankapital der regionalen Bevölkerung,
einer der Schlüsselindikatoren für regionalen ökonomischen Erfolg,
langfristig angehoben wird.
76
Viele Hochschulen bieten zudem Stu-
dienprogramme oder Vorlesungen speziell für die regionale Bevölke-
rung an, um das regionale Humankapital zu fördern, erweitertes Inte-
resse an Hochschulbildung zu erzeugen und die Verbindung zur re-
gionalen Bevölkerung zu stärken. Durch das Angebot unmittelbar
verfügbarer Hochschulaus- und Weiterbildung steigt die Bildungsbe-
teiligung und durchschnittliche Qualifikation der Anwohner.
77
Des
Weiteren werden die regionalen Qualifikationspotenziale besser aus-
geschöpft, indem bisher nicht mobilisierte Bildungsreserven identifi-
ziert und aktiviert werden.
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Durch Zuwanderung von Professoren,
Lehrkräften und auch Studenten, die in der regionalen Wirtschaft
76
Vgl. Abel / Deitz 2011, S. 1; Goddard / Puukka 2008, S. 8; University of Notre
Dame 2007, S. 43.
77
Vgl. Hamm / Wenke 2001.
78
Vgl. Fromhold-Eisebith 1992, S. 21.
1...,28,29,30,31,32,33,34,35,36,37 39,40,41,42,43,44,45,46,47,48,...128
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