Hochschule Niederrhein - page 37

Regionale Transfereffekte der Hochschule Niederrhein
34 Rüdiger Hamm und Johannes Kopper
2.2.2
Kapazitäts- und soziokulturelle Effekte
Neben dem gerade behandelten Wissens- und Technologietransfer
gibt es weitere, eher qualitative Effekte, die als ein „Nebeneffekt“
von Hochschulen angesehen werden können und die durch die An-
wesenheit der Hochschule auf einen Hochschulstandort wirken, ihn
beeinflussen und kurz- und langfristige positive Veränderungen för-
dern und bedingen können. Diese werden hier als Kapazitäts- und
soziokulturelle Effekte bezeichnet. Kapazitäts- und soziokulturelle
Effekte umfassen von der Hochschule ausgehende Wissens- und
Kompetenzeffekte, Netzwerkeffekte, Kapazitäts- und Infrastrukturel-
le Effekte, Urbanisationsvorteile, die Anreicherung des kreativen und
innovativen Klimas und gesellschaftlich-soziale Effekte.
Hochschulinstitutionen bieten eine reichhaltige Infrastruktur und
können einen erheblichen Beitrag zum kulturellen und wissenschaft-
lichen Angebot einer Region leisten.
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Die Hochschule agiert zudem
als kontinuierlicher Unterstützer und Impulsgeber für die gesell-
schaftliche und soziokulturelle Entwicklung der Hochschulregion;
auch beeinflusst die Anwesenheit tausender Studierender, Lehrender,
Forscher und Experten die Region nachhaltig. Diese Veränderungen
machen sich im Stadtbild sowie in der Atmosphäre der Stadt be-
merkbar und lassen sich auf den Wandel in der Bevölkerungsstruktur
und die anders strukturierte Nachfrage nach Produkten, Dienstleis-
tungen, Infrastruktur, Gastronomie- und Kultureinrichtungen zurück-
führen. Von den Kapazitäts- und soziokulturellen Effekten profitie-
ren alle regionalen Standortakteure: die regionale Wirtschaft, Innova-
tionsnetzwerke, die regionale Politik und weitere Stake-Holder-
Gruppen. Als wichtige Empfängergruppe identifiziert die OECD
auch die regionale Bevölkerung: „Higher education institutions con-
tribute to health, safety, physical fitness and general social well-
being of the regions residents through their learning programs, re-
search, services and infrastructure.“
75
. Den Kapazitäts- und soziokul-
74
Vgl. Spehl et al. 2005, S. 22; Goddard / Puukka, 2008 S. 8.
75
OECD 2007, S. 168.
1...,27,28,29,30,31,32,33,34,35,36 38,39,40,41,42,43,44,45,46,47,...128
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