Hochschule Niederrhein - page 36

Regionale Transfereffekte der Hochschule Niederrhein
Rüdiger Hamm und Johannes Kopper 33
Wenn die Hochschulen ihre Patente nicht direkt in die Wirtschaft
transferieren, kann dies indirekt über Patentverwertungsagenturen
geschehen. Diese wurden im Auftrag des BMBF gegründet, um
Hochschulen zu unterstützen. Die Unterstützung kommt für Hoch-
schulen infrage, die nicht über die erforderliche Organisation verfü-
gen, die bei der Vermarktung ihrer Erfindungen an die Industrie
notwendig ist.
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Bei einer geringen Absorptionsfähigkeit des regio-
nalen Umfelds besteht die Möglichkeit, die Patente überregional über
die Agenturen zu verwerten. Allerdings erweist sich die Verwer-
tungsart in der Praxis als schwierig, da Unternehmen oft aufgrund
eines bestehenden Vertrauensverhältnisses an die Hochschule heran-
treten.
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Das setzt voraus, dass die Hochschule aufgrund ihrer vorhe-
rigen Patentanmeldungen und dem daraus gezogenen Nutzen einen
guten Ruf genießt oder aufgrund anderer Kooperationsarbeiten ein
Vertrauensverhältnis zum Unternehmen aufgebaut hat. Durch die
Reformierung des Arbeitnehmererfindungsgesetzes, bei dem die
Hochschullehrer die Erfindung ihrer Hochschule melden müssen, die
im Falle einer Nutzung die Verwertungsaufgabe übernimmt, besteht
kein direkter Kontakt zwischen dem Erfinder und dem Unternehmen,
auf das sich das Vertrauensverhältnis stützen kann. Dadurch wird
auch die überregionale Verwertung durch die Patentverwertungs-
agenturen erschwert, falls die Hochschulen ihre Erfindungen nicht
im regionalen Umfeld verwerten können. Darüber hinaus kritisiert
Fritsch, dass es den Agenturen an qualifiziertem Personal mangele,
das Aussagen über die zukünftige Rentabilität einer Erfindung tref-
fen kann.
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71
Vgl. Asche, Bauhus, Kaddatz, Seel 2005, S. 89.
72
Vgl. Fritsch et al 2008, S. 34.
73
Vgl. Fritsch et al 2007, S. 155.
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