Hochschule Niederrhein - page 33

Regionale Transfereffekte der Hochschule Niederrhein
30 Rüdiger Hamm und Johannes Kopper
Stiftungsprofessuren
Ein in Deutschland immer beliebter werdendes Modell des Wissens-
transfers ist die Einrichtung von Stiftungsprofessuren. Eine vom
Zentrum für Evaluation und Methoden (ZEM) im Auftrag des Stif-
terverbandes durchgeführte Erhebung von Stiftungsprofessuren im
November 2008 und Februar 2009 wies 660 laufende Stiftungspro-
fessuren in Deutschland aus. Diese konzentrieren sich vor allem auf
die wirtschaftsstarken Regionen Bayerns und Baden-Württembergs
und sind an Universitäten weitaus häufiger als an Fachhochschulen
zu finden.
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Hierbei wird eine Professorenstelle mit privaten Mitteln
von Stiftungen oder Unternehmen meist auf befristete Zeit eingerich-
tet; vom Stelleninhaber wird erwartet, dass er praxisnahe Forschung
betreibt. Das Instrument der Stiftungsprofessur stellt für Hochschu-
len auch eine zusätzliche Finanzierungsquelle der eigenen Forschung
dar und kann darüber hinaus die Profilierung der Hochschule beein-
flussen.
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Oft wird der Förderer in die Lehre der Hochschule einge-
bunden, so dass diese ihr Lehrangebot erweitern und mit Praxisbezug
ausstatten kann. Nicht selten ergeben sich innerhalb der Förderorga-
nisation Praktikumsplätze, Themen für Abschlussarbeiten der Studie-
renden oder für Doktorarbeiten.
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Für die fördernden Unternehmen
können sich neben dem Wissenszugewinn weitere Vorteile wie z.B.
Imagegewinn oder die Kontaktherstellung zu hochqualifizierten
Nachwuchswissenschaftlern ergeben.
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Vgl. Frank et al. 2007, S. 5ff.
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Vgl. Le Bris et al. 2010, S. 11.
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Vgl. Frank et al. 2007, S. 11.
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