Hochschule Niederrhein - page 30

Regionale Transfereffekte der Hochschule Niederrhein
Rüdiger Hamm und Johannes Kopper 27
2.2.1.4
Forschungstransfer
Nach Le Bris et al. (2010) umfasst Forschungstransfer „die gezielte
Übertragung von wissenschaftlichen Erkenntnissen für einen be-
stimmten Nutzerkreis“
48
. Unternehmen treten hierbei entweder als
Nachfrager an die Hochschulen heran oder der Transfer erfolgt an-
gebotsorientiert von Seiten der Hochschule aus, wenn diese ihre Er-
kenntnisse etwa über den Verkauf von Patenten und Lizenzen an die
private Wirtschaft weitergeben.
49
Hochschulforschung erfolgt häufig
in In- und An-Instituten, die zumeist von einem Hochschulprofessor
geleitet werden. Beide Institutsarten profitieren von der Nähe zur
Hochschule (Nutzung der Infrastruktur, Nähe zu Forschungsperso-
nal, Netzwerke in der Hochschule). An-Institute sind jedoch im Ge-
gensatz zu In-Instituten weitestgehend von rechtlich-administrativen
Handlungszwängen befreit.
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Drittmittel für die Hochschulforschung können aus der privaten
Wirtschaft und aus öffentlichen Quellen kommen. Universitäten
realisieren deutlich höhere Drittmittelvolumina. Dies liegt einerseits
an der höheren Anzahl wissenschaftlicher Mitarbeiter (bzw. dem
Vorhandensein von Planstellen in der Forschung an Universitäten im
Gegensatz zu Fachhochschulen), aber auch an den höheren Drittmit-
teleinnahmen pro wissenschaftlichen Mitarbeiter.
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Dies wiederum
hängt unter anderem mit der besseren technischen Ausstattung der
Universitäten zusammen, die oft Basis für hochdotierte Forschungs-
aufträge ist. Ein weiterer Grund ist die hohe Lehrbelastung der Pro-
fessoren an Fachhochschulen. Staatliche Förderprogramme zur Ver-
besserung der Forschungsvoraussetzung an Fachhochschulen (etwa
das BMBF-Programm „Anwendungsorientierte Forschung und Ent-
48
Le Bris et al. 2010, S. 8.
49
Vgl. Le Bris et al. 2010, S. 8.
50
Vgl. Schmoch et al. 2000, S. 83.
51
Vgl. Schmoch et al. 2000, S. 54.
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