Hochschule Niederrhein - page 27

Regionale Transfereffekte der Hochschule Niederrhein
24 Rüdiger Hamm und Johannes Kopper
Mitarbeiter des neuen Unternehmens Studierende oder Mitarbeiter
der Hochschule waren, zum anderen werden insbesondere bei inno-
vativen Ausgründungen Erkenntnisse der Hochschulforschung in die
Privatwirtschaft übertragen.
Spin-Offs lassen sich meist in direkter Hochschulnähe nieder, um
vom Hochschulnetzwerk oder der ihnen gegebenenfalls zur Verfü-
gung gestellten technischen Infrastruktur zu profitieren. Daher sind
sie besonders für die regionalen Innovationsnetzwerke von Bedeu-
tung. Für die Regionalentwicklung interessant sind vor allem die
Gründungen, die eine lange Überlebensdauer und hohe Expansions-
chancen erwarten lassen. Diese Eigenschaften werden in der Litera-
tur vornehmlich innovativen Gründungen zugesprochen,
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bei denen
von einem langfristigen positiven Effekt für die Region ausgegangen
wird. Da die Mehrzahl der Gründer innovativer Unternehmen ein
abgeschlossenes Hochschulstudium aufweist, kommt den Hochschu-
len als Inkubator innovativer Gründungen im Rahmen der Grün-
dungsförderung eine überragende Bedeutung zu
.
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Egeln et al. (2003)
heben in diesem Zusammenhang insbesondere die positiven Effekte
von Verwertungs-Spinn-Offs hervor. Dies sind Gründungen, für
deren Entwicklung neue Forschungsergebnisse aus öffentlichen For-
schungseinrichtungen unverzichtbar waren. Diese machen etwa
2.600 Unternehmen der insgesamt 38.000 jährlich akademischen
Gründungen aus.
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Verwertungs-Spin-Offs greifen Forschungsergeb-
nisse und neue wissenschaftliche Methoden auf, die in der Hoch-
schule entwickelt wurden, entwickeln marktfähige Produkte und
Dienstleistungen und verbreiten auf diesem Wege den wissenschaft-
lichen Output der Hochschulen in der Wirtschaft. Dies kann in der
regionalen Unternehmenslandschaft zu weiteren Innovationen führen
und so die regionale Anpassungsfähigkeit steigern und den technolo-
gischen Wandel insgesamt beschleunigen. Egeln et al. machen darauf
aufmerksam, dass diese indirekte Wirkung zwar nur sehr schwer zu
37
Vgl. Fritsch et al. 2007, S. 28; Egeln et al. 2003, S. 42.
38
Vgl. Fritsch et al. 2010, S. 6ff.
39
Vgl. Egeln et al. 2003, S. 11.
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