Hochschule Niederrhein - page 24

Regionale Transfereffekte der Hochschule Niederrhein
Rüdiger Hamm und Johannes Kopper 21
ren und gegebenenfalls der Institute und Labore direkt in die Wirt-
schaft transferiert. Praktika und fachhochschultypische Praxissemes-
ter haben eine ähnliche Zielrichtung, denn diese dienen nicht nur
dazu, das Studium praxisorientierter zu gestalten, sondern auch zur
Kontaktherstellung.
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Nicht selten wird Absolventen an ihren ehema-
ligen Praxisstellen ein Stellenangebot unterbreitet. Wenn die Praxis-
stellen in der Hochschulregion angesiedelt sind, können Praktika und
Praxissemester dazu beitragen, die Region noch besser mit hochqua-
lifiziertem Personal zu versorgen, da einem möglichen Brain-Drain,
also einem Abfluss von Intelligenz, entgegengewirkt wird.
Personalmobilität
Ein in Deutschland noch recht wenig praktiziertes Modell des Wis-
senstransfers „via Köpfe“ ist die projektbezogene und zeitlich be-
grenzte Überlassung von Personal von Seiten der Wirtschaft an die
Hochschule, welches dann dort das praxisnahe Know-how etwa im
Rahmen der Unterstützung bei einem Forschungsprojekt zur Verfü-
gung stellt. Eine weniger intensive Form der Personalmobilität ist die
Übernahme von Lehraufgaben innerhalb der Hochschule durch Per-
sonen aus der regionalen Wirtschaft.
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Diese Formen des Personal-
austausches tragen maßgeblich zur Netzwerkbildung bei und können
zu langfristigen Kooperationen führen.
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Personalmobilität kann
auch bedeuten, dass Forscher ihre bisherige Stelle aufgeben und in
eine andere Forschungseinrichtung wechseln – etwa von einem For-
schungsinstitut an einer Hochschule in die Forschungsabteilung eines
privaten Unternehmens. Letzterem Transferkanal wird eine hohe
Bedeutung beigemessen, da dabei personen- oder organisationsge-
bundenes Wissen, welches auf anderem Wege nur schwer zu transfe-
rieren ist, in die praktische Anwendung eingebracht werden kann.
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An Universitäten spielt diese Art von Wissenstransfer eine größere
28
Vgl. Schmalholz 2000, S. 122.
29
Vgl. Le Bris et al. 2010, S. 7.
30
Vgl. Le Bris et al. 2010, S. 10.
31
Vgl. Schmoch et al. 2000, S. 57.
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