Hochschule Niederrhein - page 14

Regionale Transfereffekte der Hochschule Niederrhein
Rüdiger Hamm und Johannes Kopper 11
Eine grundlegende Systematisierung der regionalen Transfereffekte
aus Hochschulen geschieht dabei zunächst durch die Unterscheidung
von angebotsseitigen
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und nachfrageseitigen Effekten
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. Die nachfra-
geseitigen Effekte (Kapitel 2.1) umfassen diejenigen, von der Hoch-
schule ausgehenden Wirkungen, die die Nachfrage nach regionalen
Produkten und Dienstleistungen stimulieren. So profitiert die Region
von der Hochschulinstitution als Nachfrager regional produzierter
Güter und ihren wirtschaftlichen Effekten als Arbeitgeber. Des Wei-
teren sind regional gebundene, die Nachfrage stimulierende Ausga-
ben der Hochschulmitarbeiter und der Studierenden zu erwarten.
In der Literatur zur Regionalökonomie wurde vielfach belegt, dass
Hochschulen auch über die nachfrageseitigen Effekte hinaus auf ihre
Standortregion einwirken. Angebotsseitige Effekte (Kapitel 2.2)
umfassen die direkten und indirekten Effekte der Leistungsabgabe
der Hochschule als haushalts-, unternehmens- und regionsorientiertes
Infrastrukturelement.
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Einerseits sind hier die Wirkungen im Rah-
men des Wissens- und Technologietransfers zu betrachten, die be-
sonders in der deutschsprachigen Literatur im Fokus diverser Unter-
suchungen stehen. Hochschulen beeinflussen durch ihre Ausbil-
dungstätigkeit den regionalen Arbeitsmarkt, mit Forschungs- und
Netzwerkaktivitäten die Innovationstätigkeit der Transferempfänger
und sie gelten als unterstützender Inkubator für Existenzgründungen.
Andererseits nimmt die Hochschule über diese Effekte des Wissens-
und Technologietransfers hinaus Einfluss auf die soziale und demo-
grafische Entwicklung, denn sie induziert Veränderungen der regio-
nalen Kompetenz- und Bevölkerungsstruktur, Urbanisations- und
infrastrukturelle Effekte. Öffentlich finanzierte Hochschulen gelten
in entwickelten Industriegesellschaften als grundlegender Bestandteil
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In der wissenschaftlichen Literatur auch unter den Begriffen Effekte der Leistungs-
abgabe, indirekte Effekte oder Outputeffekte geführt.
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In der wissenschaftlichen Literatur auch unter den Begriffen Effekte der Leistungs-
erstellung, Ausgabeneffekte, direkte Effekte oder Inputeffekte geführt.
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Vgl. Hamm / Wenke 2001, S. 16 f.
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