eis in Anklam wäst, dor het hei utropen laten: „Hüt namiddag Klock fiew will Ulenspeigel
oewer dat Rathus springen.“ Dat Rathus het doontaumal noch up’n Markt staan. So stün
denn gegen Klock fiew dei Markt schwart vul Minschen, un as dei Klock fiew schlög, keem
jo uk Ulenspeigel antaugaan. Hei keek so’n bäten plietsch all dei Minschen an, winkt mit dei
Arms, dat sei em Platz maken süll‘, neem’n lütten Anlopp, hüpt hoch un sett sik denn in ein
Eck bit Rathus an dei Ir. Do kreeg hei sin Schnapsack vor, haalt sik Speck und Brot rut un füng
an tau äten. Dei Lüd keken em tau, wur nürig dat hei eet, un säden: „Süh, hei will sik irst’n
bäten stärken“. As hei oewer gar wieder kein Anstalten maken deed, nu in Irnst ower dat
Rathus tau springen, würd är doch die Tied lang, sei füngen an tau murrn, un einer von dei
Börgers säd tau em: „Na, wur is dat denn, Ulenspeigel, du hest bekannt maken laten, du wust
oewer dat Rathus springen, un nu sittst du hier un ettst Speck un Brot, un wi staan un lurn“.
„Mien leiwer Mann“, säd dorup Ulenspeigel, „ik will dat wol; oewer ik kann dat man nich“.
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Nacherzählt von Wolfgang Vetter, Heimatkalender 1969, Hrsg. Rat des Kreises Anklam; Abteilung Kultur, Buchdruckerei Rauchmann, Anklam,
Artikel: In alten Kalendern geblättert….
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