Anklamer Sagen
Nikolaikirche – Anklamer Sagen
B
is heute sind die Marienkirche und die Nikolaikirche
steinerne Zeugen aus den Tagen der Hanse. Die Kirche
der Kaufleute und Seefahrer ist das vielleicht wichtigste
Zeugnis der hanseatischen Baukunst in Anklam. Sie ist
benannt nach dem heiligen Nikolaus, der ja bekanntlich
Kinderstiefel mit kleinen Süßigkeiten füllt. Eine zweite,
weniger bekannte aber gleichsam wichtige, Rolle erfüllt
der Nikolaus als Schutzpatron der Seeleute. Der Legende
nach rettete zunächst ein unbekannter Seefahrer aus einem
Sturm, indem er die Wogen glättete und ihr Schiff sicher in
den Hafen von Myra steuerte. Danach war der Unbekannte
plötzlich verschwunden. Als die Seefahrer in die Kirche
gingen, um Gott für dieses Wunder zu danken, erkannten
sie im Bischof, Nikolaus von Myra, ihren Retter wieder. So
wurde der Nikolaus zum Schutzpatron der christlichen See-
fahrer. Bis heute gibt es deshalb in fast allen Hafenstädten
eine Nikolaikirche. Auch die Anklamer Bürger errichteten
zu Ehren des heiligen Nikolaus eine Kirche – die St. Nikolai-
kirche. Die beachtliche 103 Meter hohe Turmspitze der
Nikolaikirche war Seefahrern und Fischern ein Lotsen-
zeichen.
Bei der Drehung der Turmspitze der Nikolaikirche soll, wie
man hört, der Teufel am Werk gewesen sein. Dieser wollte
nach einem ihm verhassten Prediger greifen. Diesen ver-
fehlte der Teufel und verdrehte stattdessen die Turmspitze
der Kirche. Sagen und Geschichten wie diese sind im Kreis
Anklam sehr zahlreich. Die folgende Geschichte berichtet
vom Besuch Eulenspiegels in Anklam: „Ulenspeigel is uk
Der Teufel über Anklam –
Volkssagen aus dem Kreis Anklam
von Otto Bollnow; Verlag R. Peottcke
Nachf. Anklam, 1939. Archiv Museum
im Steintor.
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