Hansezeit
Kogge – Hansezeit
D
ie Frachtwege über Land waren endlos weit und in einem schlechten Zustand.
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Doch
die schiffbare Peene verband Anklammit dem frühmittelalterlichen Fernhandelssystem
zwischen Ostsee und Nordsee.
So erlangte Anklam, als „Platz des überseeischen Warenaustauschs verhältnismäßig schnell
wirtschaftliche Bedeutung
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und übernahm in seiner Funktion als Markt und Standort hand-
werklicher Produktion eine bedeutende Rolle in der Versorgung der Umgebung. „Bereits zur
Stadtgründungszeit war die Kaikante am südlichen Peeneufer zum Anlegen von Koggen und
somit zumbedeutendenHandelsplatz ausgebaut worden.“
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DerWarenumschlag vonGetreide,
Fisch, Tuch, Leder und Bier im Anklamer Hafen war sehr einträglich. Darüber hinaus
handelten die Anklamer Kaufleute mit Honig, Wein, Wachs, Holz, Backstein, Pferden und
Rindvieh. Vor allem der Heringshandel vor der Küste von Falsterbo und Skanör, Orte auf
einer Halbinsel im äußersten Südwesten Schwedens, brachte großen Reichtum nach Anklam.
Im Jahr 1283 wird Anklam erstmalig als Hansestadt erwähnt.
Wie wichtig der Handel für die Bürger der Stadt Anklam war, lassen folgende Zeilen des
Anklamer Stadtsekretärs Carl Friedrich Stavenhagen erkennen: „Die Handlung zur See und
zu Lande war ihre Ernährerinn, so wie auch ihrer Nachbaren, der Städte Stralsund, Greifs-
wald und Demmin und diese 4 Schwestern waren fleißig
daran, dasjenige wegzuräumen, was sich der Handlung ent-
gegen stellete, wobey der Städtische Bund oder die Hanse
ihren Flor beförderte.“
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Über die Anklamer selbst heißt es in der „Pomerania“: „Die
Stadt Anklam ligt an dem Fließe, die Peene geheißen, und
ist sehr feste. (…) Die Burger seind sehr huldsehelig und
hoflich gegen Fremde, aber unter sich selbst sehr neidisch
und meuterisch, haben guete Nahrung zu Wasser und zu
Lande. Zu Wasser fahren sie die Peene hinab durch das
Lassansche Wasser vor Wolgast uber und kommen also in
die Sehe. Sonders ist nichts von ihnen zu schreiben, wann
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