Herzöge von Pommern
Anklam und die Herzöge
von Pommern
1989. Anklam feiert sein 725. Stadtjubiläum. Zu diesem Anlass wird damals der Greif-
brunnen auf dem Anklamer Marktplatz eingeweiht. Der Greif, den Aristeas im 7. Jahrhundert
vor Christus den „Bewacher des Goldes im Norden“
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nennt, symbolisiert Geschichte und
Schicksal des Landes Vorpommern und der Stadt Anklam.
Das Fabelwesen mit Schweif und Schnabel schmückte schon vor 700 Jahren Siegel und
Wappen der Pommerschen Herzöge. „Wartislaw I. ist der erste sicher nachweisbare Herzog
der Pomoranen. Er stammt aus dem pommerschen Greifengeschlecht, dass das spätere
Wappentier Pommerns, den Greifen, liefert.“
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Gleichzeitig wurde das Wappentier der Herzöge
auch in viele Stadtwappen aufgenommen, so auch in das Stadtwappen der Hansestadt
Anklam. Selbst als Pommern im Laufe der Geschichte den unterschiedlichsten Mächten zu-
fiel, blieb der Greif unverändert ein Bestandteil des Wappens. So wurde das Greifenwappen zu
einem Symbol der Beständigkeit Anklams.
Als nun der Pommernherzog Barnim I. am 08. Juni 1264 mit seinem Gefolge die Stadt
Anklam besuchte, ließ der Herzog durch seinen Notar Johann von Parchim laut verkünden:
„Barnim, von Gottes Gnaden, Herzog der Slawen, wünscht allen, welche gegenwärtige Schrift
lesen, ewiges Heil. Was durch die mildtätige Hand des durch-
lauchtigsten Fürsten ausgeteilet wird, muß bekräftigt werden
durch Brief und Siegel. Wiessen lossen also die Gegen-
wärtigen und Zukünftigen, daß wir, die achtbaren Männer,
unserer Stadt Tanglym wohnenden Bürger von jeder Abgabe
des Zolls auf ewig befreien, wollend, daß sie in unserem
Lande und Herrschaft die Freiheit haben, ohne irgend ein
Hindernis Schiffahrt betreiben zu können. Zu dessen Urkunde
haben wir ihnen gegenwärtigen Brief mit unseres Siegels
Beidrückung zur Vorsicht ausgestellet. Verhandelt ist dies
öffentlich in Tanglym im Jahre des Herrn 1264 am Pfingst-
feste gegeben daselbst an demselben Tage durch die Hand
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